1948 von Albert Heinrich Steiner als Gartenstadt geplant, war Schwamendingen zuletzt von Verdichtung und Durchfahrtsverkehr geprägt. Ein Aktionsplan der Stadt Zürich soll das Quartier wieder aufwerten. Mit der Einhausung der Autobahn ist ein wichtiger Schritt getan. Nun werden über die nächsten 30 Jahre die Wohnsiedlungen durch Neubauten ersetzt. Den Anfang machte die Siedlung Schuppis – mit Faltrollläden von Regazzi.
Von der Gartenstadtidee zeugen nicht nur die Strassennamen: Roswiesen-, Altwiesen-, Kronwiesen-, Glattwiesen-, Grosswiesen-, Luchswiesen-, Heidwiesen-, Kreuzwiesen-, Wechselwiesenstrasse und Tulpenstrasse. Auch sonst zeichnet sich Schwamendingen durch einen hohen Grünanteil aus. Eingebettet zwischen Autobahn und Schnellstrassen auf der einen Seite und dem Zürichberg auf der anderen ist der Zürcher Kreis 12 geprägt von seiner Rolle als Aussenquartier. Mit der Autobahneinhausung und dem Ueberlandpark, der darauf gepflanzt wurde, gewinnt das Wohnquartier weiter an Lebensqualität.
Nachhaltige Lebensräume schaffen
Die Bevölkerungszahlen der Stadt Zürich steigen stetig, und Schwamendingen wird als Wohnquartier immer attraktiver. Nun sollen innerhalb der nächsten 30 Jahre die Siedlungen der Nachkriegszeit den veränderten Nutzungsansprüchen angepasst und nachhaltig weiterentwickelt werden. Eine davon ist «Schuppis», die 2023 fertiggestellt wurde. Bei gleichzeitiger Wahrung des Gartenstadtcharakters wurde die Siedlung mehr als verdoppelt, um dem gestiegenen Wohnbedarf gerecht zu werden.

Zeilenbauweise neu interpretiert: Gartenstadtsiedlung Schuppis
Entstanden sind sechs 90 Meter lange, freistehende, geschwungene und perspektivisch verkürzte Gebäudezeilen, die trotz ihrer Grösse nicht wuchtig wirken. Die Wohnungen sind zu den Grünflächen nach Osten und Westen hin ausgerichtet. Versätze in den Fassaden erlauben auch einen Blick nach Norden und Süden. Die Fenster nach allen Richtungen und die grosszügigen Balkone lassen viel Licht in die Wohnungen. Die lockere, offene Bebauung sorgt für eine optimale Besonnung.

Plial® erlaubt eine individuelle Regulierung des Lichteinfalls.
Die 109 Wohnungen in den drei Wohnblöcken von Schuppis II wurden mit insgesamt 581 Rollläden von Regazzi ausgestattet. Plial® passt in die kleinsten Nischen und kommt ganz ohne Kasten aus. Um der filigranen Fassadengestaltung zu entsprechen, entschied sich die Bauherrschaft für den Einbau der Rollläden ohne Eckelemente. Die elegante Lösung der BS+EMI Architektenpartner ist ein Beispiel für die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten, die Rollläden ermöglichen. Der Stababstand von neun Millimetern lässt viel Licht und Luft in den Wohnraum und erlaubt den Blick nach aussen. Das entspricht auch der Idee der Neubauten in der Gartensiedlung, nämlich die Privatsphäre zu wahren und gleichzeitig die Durchlässigkeit beizubehalten. Die gewählte Sonderfarbe passt harmonisch zu den fein modulierten Wandpaneelen.

Fassade und Rollladen bilden eine harmonische Einheit.
Rückbesinnung als Schritt nach vorne
Die Gartenstadtidee der Nachkriegszeit ist wieder in der Gegenwart angekommen und fit für die Zukunft. Durchgrünte Wohngebiete verhindern die Entstehung von Wärmeinseln und mildern hohe Temperaturen. So setzt die Stadt Zürich am Quartier Schwamendingen ein Beispiel, das in Zeiten der Klimaerwärmung zukunftsweisend sein kann.
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